Vorsorgeaufwendungen

Vorsorgeaufwendungen richtig von der Steuer absetzen.Wer als Steuerzahler Vorsorgeaufwendungen in der Einkommensteuererklärung geltend macht, kann viel Geld sparen. Allerdings erweist sich die Berechnung für Laien oftmals als ein Buch mit sieben Siegeln. Vorsorgeaufwendungen sind Sonderausgaben, zu denen Kranken- und Pflegeversicherung, Aufwendungen für die Berufsausbildung, Unterhaltszahlungen und Betreuungskosten für Kinder und Ausgaben für die private und gesetzliche Altersvorsorge sowie ihr gleichgestellte Aufwendungen gehören. Welche Vorsorgeaufwendungen Sie in voller Höhe und welche Sie anteilig steuerlich geltend machen können  informieren Sie sich hier.

Die verschiedenen Bereiche der Vorsorgeaufwendungen

Bei der Abgabe der Steuererklärung kommt es darauf an, dass Sie die Kosten für Vorsorgeaufwendungen möglichst vollständig erklären. Das können Sie nur, wenn Sie wissen, welche Kosten abzugsfähig sind. Bereits zum 1. Januar 2005 wurde die Abzugsfähigkeit der Vorsorgeaufwendungen durch das Alterseinkünftegesetz neu geregelt. Danach unterscheidet der Gesetzgeber zwischen diesen Bereichen:

1. Basisversorgung

Zur Basisversorgung gehören die gesetzliche Rente, Beitragszahlungen in ein berufsständisches Versorgungswerk oder in die landwirtschaftliche Alterskasse sowie die Rürup-Rente, die als Sonderausgaben von der Einkommensteuer absetzbar sind.

2. Übrige Vorsorgeaufwendungen

Zu den übrigen Vorsorgeaufwendungen gehören unter anderem die Kranken- und Pflegeversicherung, die Arbeitslosenversicherung, die Haftpflichtversicherung und die Unfallversicherung, die Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherung sowie die klassische private Lebensversicherung, sofern sie vor 2005 abgeschlossen wurde.

3. Zusatzversorgung

Zur Zusatzversorgung gehört zum Beispiel die Riesterrente.

Wie Basisversorgung, übrige Vorsorgeaufwendungen und Zusatzversorgung steuerlich behandelt werden

1. Die Aufwendungen für die Basisversorgung können als Sonderausgabenabzug bis zu einem Höchstbetrag von 22.767 Euro im Jahr 2016 sowie für zusammen veranlagte Ehepaare in Höhe von 45.534 Euro geltend gemacht werden. Im Jahr 2017 steigen diese Beträge auf 23.362 Euro beziehungsweise 46.724 Euro. Selbstständige, die den Höchstbetrag noch nicht ausschöpfen, können eine maximale Steuerentlastung dadurch erzielen, dass Sie die Beitragszahlungen in einem laufenden Rürup-Vertrag entsprechend erhöhen. Um für die Steuererklärung 2017 berücksichtigt zu werden, müssen die Zahlungen bis Ende 2017 erfolgen.

Aber: Die Geltendmachung in der genannten vollen Höhe steht Ihnen erst ab dem Jahr 2025 zu. Bis dahin gilt eine schrittweise Anwendung. Für 2007 wurde der Höchstbetrag auf 64 Prozent festgesetzt, der jedes Jahr um zwei Prozentpunkte steigt, sodass im Jahr 2016 höchstens 82 Prozent berücksichtigt werden. Im Jahr 2016 sind das 18.669 Euro für Alleinstehende und 37.338 Euro für Ehepaare, wobei die Höchstbeträge 2017 auf 84 Prozent ansteigen und bei 19.624 Euro für Alleinstehende und für Ehepaare bei 39.248 Euro liegen.

Bei rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmern wird der abzugsfähige Teil der Vorsorgeaufwendungen zusätzlich um den steuerfreien Arbeitgeberanteil gekürzt. Das bedeutet, dass rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer in der Übergangsphase bis zum Jahr 2025 deutliche Einschnitte bezüglich der Abziehbarkeit von Vorsorgeaufwendungen hinnehmen müssen.

Und noch ein Hinweis. Bei bestimmten Berufsgruppen, unter anderem bei Beamten, Richtern, Geistlichen und Berufssoldaten, reduziert sich der Höchstbetrag für die abziehbaren Vorsorgeaufwendungen um den Betrag, der dem Anteil von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil in der gesetzlichen Rentenversicherung entspricht.

2. Die übrigen Vorsorgeaufwendungen sind bis zu einem Höchstbetrag von 1.900 Euro für Arbeitnehmer und Beamte sowie von 2.800 Euro für Selbstständige abzugsfähig. Zu den Sonderausgaben, die Sie in voller Höhe absetzen können, gehören auch die Beitragszahlungen für die Pflegeversicherung und Krankenversicherung. Das gilt allerdings nur für die sogenannte Basiskrankenversicherung, das ist die Absicherung auf sozialhilfegleichem Niveau. Alle mehr bezahlten Beiträge sind sonstige Vorsorgeaufwendungen, zu denen unter anderem Aufwendungen für Wahlleistungen der Krankenkassen gehören. Als gesetzlich Krankenversicherter haben Sie Anspruch auf Krankengeld, wodurch sich der abzugsfähige Betrag um vier Prozent reduziert.

3. Einen Sonderbonus erhalten Riester-Sparer im Rahmen der Zusatzversorgung. Der begünstigte Personenkreis, der Zulagen aus der Riesterrente beanspruchen kann, profitiert unter bestimmten Voraussetzungen von einem zusätzlichen Sonderausgabenabzug, der ab 2008 bis zu 2.100 Euro im Jahr betragen kann. Voraussetzung für die volle Förderung ist, dass Sie vier Prozent des rentenversicherungspflichtigen Einkommens sparen abzüglich der Zulagen und, dass Sie die geleisteten Riesterbeiträge in der Einkommensteuererklärung geltend machen. Dazu müssen Sie die Anlage AV einreichen und im Mantelbogen darauf hinweisen.