Steuervorteile für Eltern

Welche Steuervorteile gibt es für Eltern?Es gibt mehrere Steuervorteile, die Eltern und Alleinerziehende kennen und für sich beanspruchen sollten. Das wichtigste Fördermittel ist das Kindergeld, wahlweise der Kinderfreibetrag. Hinzu kommen der Ausbildungsfreibetrag und der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende. Auch Kinderbetreuungskosten können steuermindernd geltend gemacht werden. Voraussetzung für Steuersenkungen ist die Abgabe einer Einkommensteuererklärung und das Ausfüllen der Anlage Kind. Wie Eltern diese und all die Steuervorteile nutzen und worauf es im Detail ankommt, das erfahren Sie hier.

Kindergeld oder Kinderfreibetrag

Für die meisten Steuerzahler ist das Kindergeld gegenüber dem Kinderfreibetrag die günstigere Option. Entscheidungsgrundlage sind die Einkommensteuererklärung sowie die Anlage Kind für jedes Kind. Die Entscheidung zwischen Kindergeld und Kinderfreibetrag trifft das Finanzamt, das von sich aus die günstigere Variante auswählt. Der Kinderfreibetrag setzt sich aus zwei Komponenten zusammen. Es handelt sich um den Freibetrag für das Existenzminimum des Kindes, der regelmäßig angepasst wird, und um den Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- und den Ausbildungsbedarf des Kindes. Kindergeld und Kinderfreibeträge werden auch für adoptierte oder angenommene Kinder sowie für Pflegekinder gezahlt, wenn der familiäre Mittelpunkt bei den Pflegeeltern ist. Dies gilt bis zu einer Anzahl von sechs Pflegekindern. Ab dem siebten Pflegekind entfällt das Kindergeld, weil vermutet wird, dass die Kinder zu Erwerbszwecken im Haushalt aufgenommen wurden.

Kindergeld wird nur auf Antrag gewährt, der bei der Familienkasse gestellt werden muss. Auch wenn Ihre Lohnsteuerbescheinigung Angaben zu Ihren Kindern enthält, müssen Sie für jedes Kind eine eigene Anlage Kind ausfüllen. Kindergeld können Sie über das 18. Lebensjahr hinaus bis zum 25. Lebensjahr erhalten, wenn Ihr Kind eine erste Berufsausbildung oder ein Erststudium absolviert. Gleiches gilt unter anderem für den Bundesfreiwilligendienst und ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr sowie für arbeitslose Kinder, die das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend gemeldet sind. Sonderregeln gelten für behinderte Kinder, die auch nach Vollendung des 25. Lebensjahres unbegrenzt berücksichtigt werden. Im Falle einer Trennung oder Scheidung steht nur einem Elternteil das Kindergeld zu, während die kinderbezogenen Freibeträge zwischen den Eltern aufgeteilt werden können.

Steuervorteile nutzen: Ausbildungsfreibetrag

Unter bestimmten Voraussetzungen können Eltern zusätzlich zum Anspruch auf Kinderfreibetrag oder auf Kindergeld ein weiteres Steuersparangebot nutzen. Es handelt sich um den Freibetrag zur Abgeltung eines Sonderbedarfs bei Berufsausbildung, den Sie für Ausbildungen im In- und Ausland geltend machen können. Der Ausbildungsfreibetrag wird nur gewährt, wenn Ihr Kind das 18. Lebensjahr vollendet hat, sich in einer Schul- oder Berufsausbildung befindet und eine Wohnung außerhalb des elterlichen Haushalts unterhält. Er wird monatlich und nur für die Monate gewährt, in denen die Voraussetzungen erfüllt sind. Der Ausbildungsfreibetrag wird in der Anlage Kind geltend gemacht. Getrennt lebende oder geschiedene Eltern können den Ausbildungsfreibetrag jeweils zur Hälfte in Anspruch nehmen.

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende ersetzt seit 2004 den bis dahin geltenden Haushaltsfreibetrag für Alleinerziehende. Rechtsgrundlage ist § 24b EStG (Einkommensteuergesetz). Der Entlastungsbetrag wird von der Summe der Einkünfte abgezogen. Voraussetzung ist, dass ein Anspruch auf den Kinderfreibetrag oder Kindergeld besteht und dass mindestens ein Kind zum Haushalt gehört. Haben die Eltern das sogenannte Wechselmodell bezüglich der Betreuung der Kinder vereinbart, können sie in einer Erklärung festlegen, wer den Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende geltend machen darf. Bei denjenigen, die sich für die Steuerklasse II entscheiden, wird der Entlastungsbeitrag bereits bei der Auszahlung des Gehalts berücksichtigt.

Kinderbetreuungskosten als Steuervorteil

Die Kosten für die Kinderbetreuung können als Sonderausgaben in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Abzugsfähig sind zwei Drittel der Kosten, die der Höhe nach auf den Höchstbetrag von 4.000 Euro im Jahr begrenzt sind. Das betreute Kind darf das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Abgesetzt werden können die Kosten für die Betreuung im Kindergarten, der Kindertagesstätte oder durch eine Tagesmutter sowie für Haushaltshilfen, die auch Kinder betreuen. Nicht als Kinderbetreuungskosten abzugsfähig sind die Aufwendungen für Nachhilfe, den Sportverein und den Musikunterricht sowie für die Verpflegung des Kindes.