Steuerfreibeträge – 2017

Anhebung der Steuerfreibeträge 2017Zu Beginn des Jahres 2017 sind gleich zwei Steuerfreibeträge angehoben worden. Konkret handelt es sich um die Anhebung des Grundfreibetrags und des Kinderfreibetrags. Wie sich die Anhebung zahlenmäßig auswirkt, wen sie entlastet, welche Bedeutung Steuerfreibeträge in der Einkommensteuererklärung haben und welche Vor- und Nachteile sie bieten – lesen Sie mehr.

Die Bedeutung von Steuerfreibeträgen

Steuerfreibetrag ist eine Bezeichnung, die für alle geltenden Freibeträge Gültigkeit hat. Abhängig von der Steuerart und von den persönlichen Lebensumständen können unterschiedliche Freibeträge in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Am häufigsten genutzt werden der Kinderfreibetrag, der Grundfreibetrag und der Erbschaftssteuerfreibetrag. Grundsätzlich haben Steuerfreibeträge den Sinn, Steuerzahler auf unterschiedliche Weise zu entlasten. Manche vereinfachen die Besteuerung, manche befreien Steuerzahler mit geringem Einkommen von der Steuerlast, während andere einen finanziellen Ausgleich für die Steuerzahler schaffen, die sich gemeinnützig engagieren.

Die Anhebung von Grundfreibetrag und Kinderfreibetrag im Jahr 2017

Gäbe es den Steuerfreibetrag nicht, wäre der Anreiz ungleich größer, nicht arbeiten zu gehen, sondern sich auf die sozialen Sicherungssysteme zu verlassen. Insoweit dient der Grundfreibetrag der Existenzsicherung und ist auch ein Anreiz, einer Berufstätigkeit nachzugehen. Für die Existenzsicherung einer Familie reicht der Grundfreibetrag jedoch nicht aus, weshalb Familien mit Kindern einen zusätzlichen Freibetrag in Anspruch nehmen können, den sogenannten Kinderfreibetrag, der mit dem Anspruch auf Kindergeld konkurriert.

1.    Anhebung des Grundfreibetrags

Der Grundfreibetrag betrug bislang 8.652 Euro pro Person im Steuerjahr und ist um 168 Euro auf nunmehr 8.820 Euro angehoben worden, was für Ehepaare bei Zusammenveranlagung eine Erhöhung auf insgesamt  17.640 Euro bedeutet. Dieser Betrag ist geschätzt und orientiert sich an den finanziellen Mitteln, die für das Bestreiten des Lebensunterhalts notwendig sind. Der Grundfreibetrag bezeichnet die Grenze, bis zu der keine Einkommensteuerpflicht besteht. Gemäß § 32a Abs. 1 EStG (Einkommensteuergesetz) beginnt die Steuerpflicht erst ab Erreichen des Grundfreibetrags. Prinzipiell steht der Grundfreibetrag jeder steuerpflichtigen Person in Deutschland zu, sodass nicht nur Arbeitnehmer und Selbstständige davon profitieren, sondern auch Studenten und Auszubildende sowie Rentner und gegebenenfalls auch Kinder, sofern sie über ein entsprechendes Einkommen, beispielsweise aus Kapitalvermögen, verfügen. Das bedeutet auch, dass jeder, der Einkünfte erzielt, die unterhalb des Freibetrags liegen, in Deutschland keine Einkommensteuer zahlen muss.

2.    Anhebung des Kinderfreibetrags

Ebenfalls im Jahr 2017 erhöht wurde der Kinderfreibetrag, der bis dahin 4.608 Euro betrug und seit 2017 um 108 Euro auf 4.716 Euro angehoben wurde und im Jahr 2018 weiter auf 4.788 Euro steigen wird. Der Kinderfreibetrag ist eine Alternative zum Kindergeld, die wahlweise in Anspruch genommen werden können. Das bedeutet, wer Kindergeld bezieht, verzichtet auf den Kinderfreibetrag und umgekehrt. Sind beide Elternteile berufstätig und in Steuerklasse 4, wird der Kinderfreibetrag auf beide Ehepartner aufgeteilt, sodass jeder einen Anspruch auf den Kinderfreibetrag in Höhe von jeweils 2.358 Euro hat.

Vorteile und Nachteile von Steuerfreibeträgen

Wie immer hat eine Medaille zwei Seiten. Das gilt auch für Steuerfreibeträge. Zu den Vorteilen gehört, dass sie einen größeren finanziellen Spielraum schaffen und insbesondere in schwierigeren Lebenssituationen Entlastung bieten, insbesondere für Alleinerziehende. Doch es gibt auch Nachteile. Durch Steuerfreibeträge wird die Berechnung der Steuerschuld schwieriger. Das gilt auch deshalb, weil die Freibeträge sich auf unterschiedliche Bereiche erstrecken und Recherchearbeit verlangen. Insoweit verkomplizieren sie das Steuersystem anstatt es zu vereinfachen und sorgen für einen höheren Bürokratieaufwand.

Was Sie noch über Freibeträge wissen sollten

Der Grundfreibetrag ist immer mit der Einkommensteuer verbunden und gilt automatisch für jeden Steuerpflichtigen. Das bedeutet, dass er nicht extra beim zuständigen Finanzamt beantragt werden muss. Das gilt nicht für andere Freibeträge, unter anderem auch nicht für den Kinderfreibetrag. Der Kinderfreibetrag wird einmalig nach der Geburt des ersten Kindes beim zuständigen Finanzamt beantragt. Dies geschieht mit einem Antrag auf Lohnsteuerermäßigung. Das Finanzamt prüft im Rahmen der Einkommensteuererklärung automatisch, welche Variante für den Steuerzahler vorteilhafter ist: Der Kinderfreibetrag oder die Inanspruchnahme von Kindergeld. Für eine Änderung des Kinderfreibetrags reicht ein vereinfachter Antrag auf Lohnsteuerermäßigung aus.