Rentner

Steuererklärung bei Rentnern

Steuererklärung RentnerEndlich hat man seine wohlverdiente Rente, da meldet sich das Finanzamt. Viele Rentner sind der Meinung, dass sie keine Steuern mehr zahlen müssen. Aber dem ist nicht so. Denn wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, wird auch der Rentenbezieher zur Kasse gebeten. Seit 2005 besteht das Alterseinkünftegesetz, das eine nachgelagerte Besteuerung (Rentensteuer) regelt.

Wann ist eine Einkommensteuererklärung notwendig?

Wie viel Steuern gezahlt werden müssen, hängt allerdings vom Jahr des Renteneintritts ab. Wer also 2005 oder früher in Rente ging, der muss 50 Prozent seiner Rente versteuern. Dieser Prozentanteil staffelt sich bis zum jetzigen Jahr. Ein Beispiel: War der Renteneintritt 2010, so sind 60 Prozent der Rente steuerpflichtig. 2015 sind es schon 70 Prozent. Es ist also nur ein Teil der Rente, der versteuert werden muss. Der Teil, der nicht steuerpflichtig ist, heißt Rentenfreibetrag. Der Rentenfreibetrag bleibt in den folgenden Jahren bestehen; er richtet sich nur nach dem Renteneintritt. Aufgepasst: Der Bundesfinanzhof (BFH) hat die Besteuerung der gesetzlichen Altersrente für verfassungskonform eingestuft. Mehrere Urteile zeigten, dass durch die Rentenbesteuerung keine verfassungswidrige Doppelbelastung eingetreten ist.

Wie hoch darf die Rente sein?

Als Rentenbezieher muss man eine Steuererklärung abgeben, wenn die Jahresrente den Grundfreibetrag übersteigt. Diesen Grundfreibetrag passt der Gesetzgeber an. So sind 2015 ein Grundfreibetrag von 8.472 Euro für Ledige und 16.944 Euro für Verheiratete zu beachten. 2016 sind es für Ledige 8.562 Euro und für Verheiratete 17.304 Euro. Bezieht ein Alleinstehender nur Renteneinkünfte, die mit 50 Prozent besteuert werden, dann muss er erst eine Steuererklärung einreichen, wenn er z.B. 2016 mehr als 8.652 Euro als Rente erhält. Für Verheiratete wird die doppelte Summe angenommen.

Wie sieht das mit dem Steuersatz aus?

Bei der Einkommensteuer wird der progressive Steuersatz herangezogen. Das heißt für den Rentenbezieher, je höher die Rente, desto höher wird der Steuersatz sein.
So sind es bis 8.652 Euro Jahreseinkommen: Hier braucht der Rentner, der alleinstehend ist, keine Einkommensteuer zu zahlen. Ist der Rentner verheiratet, so muss ein Jahreseinkommen von 17.304 Euro vorliegen. Liegt ein Jahreseinkommen von beispielsweise 13.470 Euro bis 52.881 Euro (verheiratet) vor, so müssen 7,2 Prozent Einkommensteuer bezahlt werden.

Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und Nebeneinkünfte

Zu den Sonderausgaben zählen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, als auch eine private Haftpflichtversicherung und Spenden. Die außergewöhnliche Belastungen sehen dabei Arzt- und Medikamentenrechnungen, Pflegeheimkosten und Beerdigungskosten vor. Wer Nebeneinkünfte aus Vermietung oder Verpachtung bezieht oder aus selbständiger oder nichtselbständiger Arbeit und Kapitaleinnahmen verbuchen kann, der muss ebenfalls eine Einkommensteuer machen. Übrigens: Der Rentenbezieher muss auch Soli und Kirchensteuer zu seiner Einkommensteuer dazu rechnen. Die Rentenbesteuerung trifft auch nicht nur die gesetzliche Rente, sondern auch die Riester-Rente oder eine betriebliche Altersversorgung.