Haushaltsnahe Leistungen

Haushaltsnahe Leistungen von der Steuer absetzenHaushaltsnahe Leistungen können Sie unter der Voraussetzung von der Steuer absetzen, dass Sie eine Firma oder einen Selbstständigen damit beauftragen. Dabei handelt es sich um Arbeiten, die in Ihrem Haus, in Ihrer Wohnung oder auf einem dazugehörenden Grundstück ausgeführt werden. Die Arbeitskosten, die Sie steuerlich geltend machen können, sind in der Höhe begrenzt. Wann eine Tätigkeit eine haushaltsnahe Leistung ist und wie Sie diese dem Finanzamt gegenüber nachweisen – informieren Sie sich hier.

Haushaltsnahe Leistungen steuerlich absetzen – die Voraussetzungen

Haushaltsnahe Leistungen sind solche Tätigkeiten, die normalerweise von Mitgliedern Ihres Haushalts ausgeführt werden und die Sie als Privatperson an einen Dienstleister in Auftrag geben. Insoweit muss es sich um eine reine Dienstleistung handeln. Voraussetzung ist außerdem, dass die Dienstleistungen in Ihrer Wohnung, in Ihrem Haus oder auf dem dazugehörenden Grundstück erledigt werden. Steuerlich geltend machen können Sie neben dem Arbeitslohn auch die Fahrtkosten des Dienstleisters sowie die Kosten für die Nutzung von Maschinen, zum Beispiel für Gartengeräte, sowie für Reinigungsmittel.

Die Tätigkeit, die Sie in Auftrag geben, sollte legal ausgeübt und durch eine Rechnung nachgewiesen werden. Damit sie anerkannt wird, sollte Sie folgende Daten enthalten: Art, Inhalt und Zeitpunkt der Leistung, den Empfänger der Leistung sowie den Erbringer, der mit Name, Anschrift und Steuernummer ausgewiesen sein sollte, sowie den Rechnungsbetrag. Der Nachweis durch eine Rechnung und die Überweisung des Entgelts sind zwingend vorgeschrieben, sodass Sie den fälligen Betrag nicht bar bezahlen dürfen. Insgesamt können Sie bis zu 20.000 Euro im Jahr für haushaltsnahe Leistungen geltend machen, bei denen es sich um Fahrkosten, Maschinenkosten und Arbeitskosten handeln kann. Dadurch können Sie Ihre Steuerlast um 20 Prozent mindern, was einen maximalen Abzug von bis zu 4.000 Euro ergibt.

Was sind haushaltsnahe Leistungen und was nicht?

Steuerlich gefördert werden zum Beispiel die Zubereitung von Speisen in Ihrer Küche, während die Beauftragung eines Catering-Services, der Speisen anliefert, nicht als haushaltsnahe Leistungen absetzbar sind. Haushaltsnahe Leistungen sind außerdem das Laubblasen im Garten oder vor dem Haus ebenso wie der Winterdienst, sofern sie von einem externen Dienstleister ausgeführt werden.

Umstritten ist allerdings der Hundegassiservice, da der damit beauftragte Dienstleister beim Gassigehen das Grundstück verlässt. Dann müssen Sie entsprechende Überzeugungsarbeit beim Finanzamt leisten. Das Finanzgericht (FG) Hessen hat in einem Urteil vom 1. Februar 2017 – Az. 12 K 902/16 – zugunsten der Klägerin entschieden. In diesem Fall hatte der Dienstleister einen Wohnungsschlüssel. Er versorgte die Hunde der in Vollzeit beschäftigten Steuerpflichtigen täglich mit Futter und ging mit ihnen Gassi. Das Gericht hatte sein Urteil damit begründet, dass diese Dienstleistung über die Grundstücksgrenzen hinweg einen unmittelbaren räumlichen Bezug zum Haushalt hat.

Hier sind die wichtigsten steuerlich absetzbaren haushaltsnahen Dienstleistungen grob zusammengefasst:

  • Reinigungsarbeiten in Ihrem Haushalt, zum Beispiel Fenster putzen, Bügeln, Teppichreinigung
  • Gartenarbeiten innerhalb Ihres Grundstücks, zum Beispiel Hecke und Bäume schneiden, Rasen mähen
  • Hausmeisterleistungen, zum Beispiel Winterdienst, Reinigung des Gehwegs und der Einfahrt
  • Pflegedienstleistungen
  • Häusliche Kinderbetreuung

Nicht als haushaltsnahe Leistungen absetzen können Sie unter anderem die Kosten für Nachhilfe- und Musikunterricht Ihrer Kinder, Müllgebühren sowie die Kosten für den Verwalter einer Wohneigentümergemeinschaft.

Hier noch einige Tipps

Es gibt einige Besonderheiten, über die es in Bezug auf die Abzugsfähigkeit von haushaltsnahen Leistungen, Bescheid zu wissen gilt.

  • Auch als Mieter oder Mitglied in einer Wohneigentümergemeinschaft sind Sie berechtigt, Teile Ihrer Nebenkostenabrechnung als haushaltsnahe Leistungen in der Einkommensteuererklärung geltend zu machen, zum Beispiel die Kosten für die Gartenpflege und die Reinigungskosten für Haus und Grundstück. Allerdings müssen die Kosten detailliert aufgeführt sein, sodass sie der jeweiligen Wohneinheit klar zugeordnet werden können.
  • In einem Urteil vom 3. September 2015 – Az. VI R 18/14 wurden vom Bundesfinanzhof die Aufwendungen für ein Notrufsystem als haushaltsnahe Leistungen anerkannt. Im vorliegenden Fall handelte es sich um ein Notrufsystem, das im Rahmen des betreuten Wohnens für 24 Stunden am Tag die schnelle Hilfeleistung durch Fachpersonal sicherstellte.
  • Sofern Sie eine Wohnung oder ein Haus vermieten und für die Gartenpflege einen Dienstleister beauftragt haben, können Sie als Vermieter diese Kosten – im Gegensatz zu den Arbeiten in Ihrem privaten Garten – nicht als haushaltsnahe Leistungen steuerlich in Abzug bringen.