Entlastungsbetrag

Entlastungsbetrag für AlleinerziehendeAlleinerziehende kommen finanziell meistens nur schwer über die Runden. Dafür gibt es mehrere Gründe: Alleinerziehende sind nicht gerade die Klientel, die in der Politik besondere Beachtung finden. Hinzu kommt, dass der alleinerziehende Elternteil meistens nur in Teilzeit arbeiten und entsprechend weniger verdienen kann. Es gibt zwar einen Entlastungsbetrag, der steuermindernd geltend gemacht werden kann, doch nicht jeder kennt die Rahmenbedingungen. Schöpfen Sie als Alleinerziehender Ihre steuerlichen Möglichkeiten aus! Wie das funktioniert, erfahren Sie hier.

Die Rahmenbedingungen des Entlastungsbetrags

Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende wurde für das erste Kind zum 1. Januar 2015 von 1.308 Euro auf 1.908 Euro erhöht. Ab dem zweiten und für jedes weitere Kind kamen ab 2015 noch einmal 240 Euro drauf. Rechtsgrundlage für den Entlastungsbetrag ist § 24b EStG (Einkommensteuergesetz). Der Entlastungsbetrag wird einmal im Jahr zusätzlich zu den Freibeträgen für Kinder beziehungsweise zum Kindergeld gewährt und von der Summe der steuerpflichtigen Einkünfte abgezogen.

Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende und seine Voraussetzungen

Insgesamt müssen vier Bedingungen erfüllt sein, damit Sie vom Entlastungsbetrag profitieren können.

1. Anspruch auf Kindergeld oder den Kinderfreibetrag

Nur einer der beiden Elternteile kann den Entlastungsbetrag beanspruchen. Das ist immer derjenige, der Anspruch auf den Kinderfreibetrag oder auf das Kindergeld hat.

2. Haushaltsgemeinschaft: Kind muss im eigenen Haushalt leben

Das Kind muss im Haushalt des Alleinstehenden leben, der den Kinderfreibetrag oder das Kindergeld bekommt. Dazu muss das Kind ausschließlich am Wohnsitz dieses Elternteils gemeldet sein. Aus den Meldedaten geht zwar die Anschrift hervor, nicht jedoch die Zuordnung der jeweils gemeldeten Person zu einer Hausgemeinschaft oder einer bestimmten Wohnung. Insoweit haben die Eigenerklärungen, die dem Finanzamt vorgelegt werden, eine hohe Beweiskraft. Deshalb ist es sinnvoll, darin sämtliche maßgebenden Tatsachen detailliert zu beschreiben.

3. Der Anspruchsteller muss wirklich alleinstehend sein

Der Anspruchsteller muss wirklich alleinstehend sein. Was darunter zu verstehen ist, ist in § 24 Abs. 3 EStG definiert. Danach haben die Steuerpflichtigen einen Anspruch auf den Entlastungsbetrag, die während des Veranlagungszeitraums nicht verheiratet, also ledig oder geschieden sind. Verheiratete sind nur dann anspruchsberechtigt, wenn sie seit dem vorangegangenen Veranlagungszeitraum dauernd getrennt leben oder verwitwet sind. Gleiches gilt für Verheiratete, deren Ehepartner im Ausland lebt, sodass er nicht unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist.

Sobald ein alleinerziehender Vater oder eine alleinerziehende Mutter mit einem neuen Partner in einem Haushalt zusammenleben, entfällt diese Voraussetzung. Gleiches gilt für Alleinerziehende, die mit einer volljährigen Person in einer Haushaltsgemeinschaft leben. Wird das eigene Kind volljährig, besteht der Anspruch ausnahmsweise fort und zwar so lange, wie Vater oder Mutter Kindergeld bekommen.

4. Steueridentifikationsnummer

Um als Alleinerziehender vom Entlastungsbetrag zu profitieren, müssen Sie in der”Anlage Kind” der Steuererklärung ab Zeile 44 die notwendigen Angaben machen, wozu auch die Steueridentifikationsnummer des Kindes gehört, die Sie anlässlich der Geburt erhalten haben.

So beantragen Sie den Entlastungsbetrag

Der Entlastungsbetrag reduziert die Summe der steuerpflichtigen Einkünfte. Abhängig von den finanziellen Rahmenbedingungen ist es meistens nicht sinnvoll, auf die Steuerrückerstattung zu warten. Der Entlastungsbetrag in Höhe von 1.908 Euro wird berücksichtigt, wenn Sie als Alleinerziehender beim Finanzamt Steuerklasse II beantragen. Dadurch wird er automatisch beim monatlichen Abzug der Lohnsteuer vom Arbeitgeber berücksichtigt. Das führt zu einem niedrigeren Abzug von Lohnsteuer, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag.

Das gilt allerdings nur für ein Kind. Sofern Sie zwei Kinder haben, sollten Sie zusätzlich einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung beim Finanzamt abgeben und einen Lohnsteuerfreibetrag nach § 39a Abs. 1 Nr. 4a EStG bei den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen eintragen lassen. Auf diese Weise erhalten Sie zusätzlich zum Entlastungsbetrag einen Zuschlag in Höhe von 240 Euro ab dem zweiten Kind. Dieser Freibetrag wird ab dem Monat der Antragstellung auf die noch verbleibenden Monate des aktuellen Jahres verteilt. Die Antragstellung sollte spätestens bis zum 30. November des jeweiligen Steuerjahres erfolgen.